Über Uns

Unsere Vereins Chronik

SG »Trauneck« Traunstein e.V.

Teil 1

 

Die Schützengesellschaft »Trauneck« wurde am 13. November 1881 unter dem Namen »Traunschützen «  gegründet.

Die Gründungsmitglieder waren:

Vorstand:                       Rupert Schneider

  1. Schützenmeister: Andreas Kalsberger
  2. Schützenmeister: Joseph Berger

Ausschußmitglied:        Ludwig Haslreiter

Mitglieder:                    Joseph Haslreiter

                                      Mathias Feninger

                                      Mathias Heibauer

                                      Peter Wernleitner

                                      Georg Sternhuber

                                      Franz Moser

                                      Paul Wilberger

                                      Engelbert Gschwendtner

 

Alle Gründungsmitglieder waren ehemalige „Feldzügler“.

Im Jahre 1893 wurde der Name in SG »Trauneck« geändert, der sich bis zum heutigen Tage gehalten hat. Beachtenswert ist die Tatsache, daß in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts das Kaffeetrinken immer üblicher wurde. Die hiesigen Wirte erhielten die Erlaubnis, den Gästen auch Kaffee zu kredenzen. In den Sechziger-Jahren jenes Jahrhunderts entstand unter anderem mit dem »Café« in der Villa »Trauneck« (heute Haus Hohe Kreuzstraße 25), in schönster Lage über der Stadt, ein beliebtes Einkehrziel. Vielleicht wurde die Vorstandschaft in punkto Namensnennung von diesem Café inspiriert.

Um die Jahrhundertwende waren die »Traunecker« im Gasthaus zur Schießstätte« untergebracht. Auch dort drohte uns 1899 fast eine „katastrophale Vertreibung“ als aufgrund des Hochwassers eine Mure am Veitsgraben fast das damalige Schützenheim mitgerissen hätte.

Mit Genehmigung des Magistrats der Stadt Traunstein hielten schließlich die »Traunecker« ihr 30jähriges Jubiläumsschießen im dortigen Vereinslokal ab. Durch den l. Weltkrieg wurde der Schießbetrieb unterbrochen. Acht »Traunecker« gaben ihr Leben für „König und Vaterland“.

Bis zum l. Weltkrieg waren nachstehende »Traunecker« als Vorstand bzw. Schützenmeister im Amt: Schneider/Kalsberger – Kalsberger/Singhamer – Kalsberger/Linner – Kalsberger/Aicher – EngIman/Forstmeier – Linner/Haslreiter – Grenzner/Haslreiter – Linner/Eicher – Linner/ Linner – Wilberger/Zoitl – Jochner/Jochner – Gschwendtner.

Anfang der 20er Jahre begann dann der Wiederaufbau der Gesellschaft. Die Initiative ging von dem alten Schützenmeister Kalsberger aus, der auch gleichzeitig Schützenwirt war. Er war nochmals bis 1927 Schützenmeister und unter seiner tatkräftigen Leitung entwickelte sich bald wieder ein reges Vereinsleben. Im Schützenmeisteramt folgten Josef Hell, Gustav Haberlander und Andreas Finsterwald.

Als im Jahre 1934 der Schießsport zum Wehrsport umfunktioniert wurde, haben die »Traunecker« den Schießbetrieb offiziell eingestellt. Die Vereinstätigkeit blieb aber weiter bestehen, bis im 2. Weltkrieg der Schießsport wieder zum Erliegen kam.

Trotzdem wurden auch die »Traunecker« 1945 entnazifiziert. Außer den Kommunestutzen verschwanden auch die Pokale und die Königskette. Lediglich den Pokal vom 25. Jubiläums-Chiemgau-Bundes-Schießen, das vom 14. bis 17. August 1924 in Traunstein durchgeführt wurde, konnte der Schütze Gustav Heckmann retten. Er ist noch im Besitz der SG »Trauneck«. Als nach dem 2. Weltkrieg der Schießsport wieder zugelassen wurde, haben die alten Schützenmeister Haberlander und Finsterwald mit dem Wiederaufbau der SG »Trauneck« begonnen. Es war eine schwere Zeit in der Vereinsgeschichte, denn alles mußte neu angeschafft werden (Schießstand, Gewehre usw.), bis dann 1953 der Schießbetrieb aufgenommen werden konnte. Unter dem Schützenmeister Hans Schillmeier wurde in Gemeinschaftsarbeit 1960 die Schießanlage auf vier Stände erweitert. Dies wurde notwendig, da für 1961 das 80jährige Jubiläum geplant war. Das Schießen wurde dann auch für die »Traunecker« ein großer Erfolg.

 Ebenso wurde unter Hans Schillmeier 1958 aus Spenden der Mitglieder eine neue Königskette angeschafft. Im Jahre 1963 organisierten die »Traunecker« den l. Gauschützenball. Das Gauschützenmeisteramt mit allen Königen, das Gauschützenmeisteramt vom Alz-Gau mit Gaukönig und 580 Schützen waren anwesend. Dieser Ball ist inzwischen Tradition im Gau. Einen schweren Rückschlag erlitten die »Traunecker« Schützen mit dem Verlust des alten Schützenheimes »Gasthaus zur Schießstätte«, das nach 85 Jahren Heimat aufgelassen wurde. In 15 Jahren mußte fünfmal eine neue Schießanlage gesucht und aufgebaut werden. Diese Leistungen waren nur durch den Zusammenhalt der Schützen möglich. Ohne fremde Hilfe wurde dies erreicht und darauf  konnten wir stolz sein. 1982 wurde dann endlich mit dem Saal im ehemaligen Gasthaus zum »Botenwirt« eine neue Heimat gefunden – so dachten wir zumindest. In diesem Zusammenhang dürfte für Schützen interessant sein, daß im »Botenwirt« im Jahre 1823 das letzte „Bolz-Schießen“ von Traunstein abgehalten wurde.

Dort  wurde schließlich eine neue Schießanlage mit zehn Elektro-Ständen eingebaut, die nun allen Ansprüchen genügte. So konnte dann endlich 1984 das lOOjährige Jubiläum mit großem Erfolg für den Verein nachgeholt werden.

 

Seit Anfang 1990 wußte die Vorstandschaft, daß erneut ein Wechsel des Schießlokals bevorstand, denn die »Botenwirt«-Eigentümer planten einen Umbau des Anwesens, verbunden mit einer Nutzungsänderung. Vielfache Verhandlungen mit dem damaligen OB Rudolf Wamsler und dessen Nachfolger Fritz Stahl blieben trotz besten Willen – einfach mangels geeigneter Räumlichkeiten – ergebnislos. Bis dann im Januar 1992 durch eine Brandkatastrophe das städtische Gut in Geißing zerstört wurde, was sich als großes Glück für die SG »Trauneck«  herausstellen sollte. Kurzentschlossen bewarb sich Schützenmeister Konrad Steinberger um möglicherweise zur Verfügung stehende Vereinsräume im Falle eines Wiederaufbaus.

 

So erhielt nun die  SG »Trauneck«, seitens der Stadt die Möglichkeit, eigenverantwortlich ein Schützenheim zu errichten. Konsequent nutzten die, wegen der nicht optimalen Verhältnisse beim »Botenwirt«, zurückgegangene Zahl der Mitglieder die Chance und nahmen die Herausforderung , die weitaus größte Investition in der Vereinsgeschichte zu tätigen, an. Hierbei muß auf das große Engagement des Oberbürgermeisters Fritz Stahl, des Sportreferenten Uwe Steinmetz und des Schützenmeisters Konrad Steinberger, sowie auf den hohen Eigenleistungsanteil der Mitglieder und  die organisatorische Leistung aller Beteiligten hingewiesen werden. Am 12. März 1993 konnte das neue Vereinsheim mit seinen 13 Schießständen beim Standeröffnungsschießen und dem damit verbundenen Gauschießen unter Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters seiner Bestimmung übergeben werden.

 

Die Einführung und erfolgreiche Durchführung der 1. Traunsteiner Stadtmeisterschaft im Luftpistolenschießen im März 1990 war ein  großer Erfolg und ermutigte schließlich die Vorstandschaft dazu, bereits im Frühjahr 1991 eine 2. Stadtmeisterschaft durchzuführen. Seit diesem Zeitpunkt zeichnete sich bereits ab, daß die SG »Trauneck« eine Hochburg des Luftpistolenschießens werden sollte. Diese Sportart wurde bei den Mitgliedern immer beliebter und schien das traditionelle Luftgewehr fast zu verdrängen.  Gerade auch bei den Jungschützen war die Pistole mehr gefragt, weshalb man innerhalb kurzer Zeit beachtliche Erfolge verzeichnen konnte. So ist es  mittlerweile alljährlich Programm, daß sich die Schützen der Schüler- bis Juniorenklasse für die Wettkämpfe der Bezirks- Landes- und auch  Bundesebene qualifizieren.  Bisheriger Höhepunkt dieser Arbeit waren die Deutschen Junioren-Meistertitel 1999 von Sebastian Rosner in der Luft- und der Freien Pistole.

 

Seit 1994 beteiligt sich der Verein auch konsequent an den  Sportwochen im Rahmen des  Traunsteiner Ferienprogramms und bietet damit der interessierten Traunsteiner Jugend die Gelegenheit, den Schießsport kennenzulernen. Aber auch mit dem Einbau eines Standes für die laufende Scheibe in der Disziplin  Luftgewehr und einem Armbrustschießstand konnten neue Anreize geschaffen werden, so daß neben der Königswürde im Luftgewehr, diese nunmehr auch alljährlich, durch Anschaffung mehrerer Königsketten, bei  der Luftpistole, Armbrust sowie im Jugendbereich errungen werden kann. 

 

Erst in jüngster Zeit ist es dem Verein gelungen in der Disziplin Luftpistole den Landestrainer Jan-Erik Aeply für eine gezieltere Nachwuchsförderung des Leistungsvereins »Sportschützen Traungau« zu gewinnen. Mit ihm und Marga Steinberger wurde so bei der  SG »Trauneck«  einer von sechs Trainingsstützpunkten in Bayern geschaffen.

 

Aber auch international ist man im Rahmen der Sportlertreffen der Partnerstädte Traunsteins tätig. So  organisierte man 1986 die ersten Schießwettkämpfe mit Schützen aus Gap und Pinerolo in Traunstein und nimmt seitdem regelmäßig an dieser Art der sportlichen Begegnung teil.

 

Nach dem 2. Weltkrieg waren folgende Schützenmeister im Amt: Andreas Finsterwald, Hans Schillmeier, Alfred Eckhart, Hans Hacker, Reinhard Hartl, Karl-Heinz Fulde, Franz Weber,  Hartmut Petri und seit 1988 Konrad Steinberger.

 

Mit Anschaffung der neuen Königskette im Jahre 1958 errangen nachstehende »Traunecker« die Königswürde im Luftgewehr:

1958 Martin Lenz, 1959 Erich Bartsch, 1960 Martin Lenz, 1961 Erich Bartsch, 1962 Anton Mayer, 1963 Franz Fabien, 1964 Andreas Oberauer, 1965 Hans Schillmeier, 1966 Hans Schillmeier, 1967 Karl-Heinz Fulde, 1968 Elisabeth Fulde, 1969 Katharina Höpflinger, 1970 Andreas Oberauer, 1971 Rudolf Proschko, 1972 Hans Schillmeier, 1973 Alfred Eckhart, 1974 Hans Hacker, 1975 Alfred Eckhart, 1976 Hartmut Märtin, 1977 Reinhart Hartl, 1978 Konrad Steinberger, 1979 Rosa Osenstätter, 1980 Alfred Fitz, 1981 Andreas Oberauer, 1982 Andreas Oberauer, 1983 Hartmut Petri, 1984 Gerhard Schneider, 1985 Wolfgang Lyska, 1986 Konrad Steinberger, 1987 Gerhard Schneider, 1988 Karl Weilharter jun., 1989 Hans Schallinger, 1990 und 1991 Martin Wagnerberger, 1993 Markus Lichtmannegger, 1994 Karl-Heinz Fulde, 1995 und 1996 Hans Schallinger, 1997 Wolfgang Niedworok, 1998 Kornelia Fertl, 1999 Karin Titze

Ehrenschützenmeister K.-H. Fulde ist seit 1953 bis heute in der »Traunecker« Vorstandschaft tätig und war 20 Jahre lang Vorstandschaftsmitglied im Schützengau Traunstein.

Unser Verein zählt zur Zeit 69 Mitglieder, davon  19 Jungschützen, und nimmt mit zwei Mannschaften an den Rundenwettkämpfen der Luftpistole (Gau- und B-Klasse) und mit einer im Luftgewehr (B1-Klasse) teil.

Auch im Jahr 2000 steht für die SG »Trauneck« mit der zeitgleichen Austragung der 27. Stadtmeisterschaft im Luftgewehr und der 4. Stadtmeisterschaft in der Luftpistole im Rahmen des 50. Jubiläums des Stadtverbandes für Leibesübungen eine neue Herausforderung auf dem Programm, die wiederum nur durch intensive gemeinschaftliche Vereinstätigkeit zu meistern ist.